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Frauen - zeigt Euch!

Wir arbeiten in der letzten Zeit vermehrt mit Frauengruppen am Thema Selbstpräsentation. Wie trete ich vor Gruppen auf? Wie kann ich besser wahrgenommen werden? Wie kann ich mich wohler fühlen, wenn ich vor Menschen reden muss? Wie kann ich meinen Argumenten mehr Ausdruck verleihen? Viele Menschen haben schon gehört, gelesen oder irgendwo beigebracht bekommen, was sie tun müssen, wenn sie vor anderen stehen und etwas sagen müssen. Und dann? Auswendig lernen, nachmachen und vor allem alles fehlerfrei. Und schon ist alles getan, damit sich die Zuschauenden fremdschämen. Denn wenn sich der Mensch da vorn unwohl fühlt, wird es jeder im Publikum mit ein wenig Empathie auch bald tun.
Frauen haben oft deutlich größere Hemmungen, wenn sie sich mit ihren Kompetenzen zeigen sollen. Das Posen, das Zeigen der Federn und das laute Singen liegt den meisten deutlich weniger, als ihren männlichen Kollegen. Im Grunde ist das ja auch in einer gewissen Altersstufe wichtig und eine erfolgreiche Strategie. „Unsichtbarkeit ist in der Pubertät ein guter Verhütungsschutz“, wie eine Teilnehmerin treffend zusammenfasste. Hinzu kommen Sätze, die auch heute noch viele Mädchen als Weisheiten mit auf den Weg bekommen wie: „Es reicht nicht.“ „Sei Perfekt.“ „Sei gefällig, sei freundlich.“ „Gib immer dein Bestes.“ „Schäm dich!“ Viele Frauen fordern sich selbst ab, perfekt zu sein, niemals mehr zu versprechen, als sie halten können. Also stapeln sie lieber tief. Dazu gehört auch, in der Organisation nicht in die erste, sondern maximal in die zweite Reihe zu gehen. In Präsentationssituationen sehen wir dann erst einmal eine Menge Unwohlsein.
Wie schade. Aber nicht mehr lange.
Unser Ziel ist nicht, Menschen das perfekte Auftreten beizubringen. Wir entwickeln gemeinsam mit den Teilnehmerinnen ihre Stärken weiter und fördern das, was Interesse weckt. Daran arbeiten wir. Und oft ist es für alle faszinierend zu sehen, wie sich Menschen in manchmal nur zwei Tagen so entwickeln, dass die Zuschauenden mehr wollen. In der Arbeit verbinden wir das „Außen“ (Techniken, Wissenswertes und leicht anwendbare Kniffe rund um die Körpersprache) mit dem „Innen“ (Einstellung zu mir selbst, dem Thema und dem Publikum). Der Erfolg lässt dann in der Regel nicht lange auf sich warten. Und das finden wir gut: Frauen, die zu sich selbst stehen, sich ihrer Kraft bewusst sind und mit Selbstwertgefühl an die Arbeit gehen.
Falls Sie sich durch diesen Artikel angesprochen gefühlt haben, kommen hier einige der Sätze, die wir in jedem Training sagen (die sind übrigens geschlechtsübergreifend hilfreich):
•    Brustbein etwas raus, das wirkt präsenter.
•    Noch einmal das Gleiche, aber jetzt ohne Entschuldigung. Tu so, als wäre es wichtig und richtig, dass Du hier bist.
•    Entscheide Dich, es zu tun und dann tu es.
•    Glaube, was Du sagst.
•    Liebe Dein Publikum. Es ist das Beste, das es gibt.
Mehr gern live.

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